Cookie Consent by TermsFeed

Finanzkennzahlen - Was sagen ROI, Cashflow & Co. aus & wie werden Sie berechnet!

24. August 2021

Während Unternehmenskennzahlen für Ungeübte nur wenig Aussagekraft haben, können Fachleute eine Menge an Informationen aus ihnen gewinnen. Die richtigen Kennzahlen bieten diesen die Möglichkeit, mit nur einem Blick eine Übersicht über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens zu erlangen. Bilanzkennzahlen sind im Controlling nicht wegzudenken. Sie dienen der Problemerkennung, der Identifikation von Stärken und Schwächen und liefern Optimierungspotenzial. Sie geben auch Auskunft darüber, ob sich ein Unternehmen auf Kurs befindet. Die Veränderung der Zahlen innerhalb eines Jahres oder Quartals bieten Aufschluss über die Entwicklung und mögliche zukünftige Trends.

Kennzahlen – Was Sie dazu wissen sollten!

  • Geballte Information – Bei Unternehmenskennzahlen handelt es sich um eine Verdichtung von Informationen.
  • Variieren innerhalb von Ländern – Kennzahlen liegen meist Rechnungslegungsvorschriften zugrunde, diese können sich abhängig vom Herkunftsland unterscheiden. Der Vergleich von Unternehmen auf Basis dieser ist somit nicht immer möglich.
  • Kennzahlensysteme – Kennzahlensysteme bezeichnen die Zusammenfassung mehrerer Kennzahlen, die miteinander in Beziehung stehen. Zu bedeutenden Kennzahlensystemen zählen das ZVEI-, das RL- und das DuPont-Kennzahlensystem.
  • Benchmarking – Bei Betriebsvergleichen und Benchmarking nehmen Kennzahlen beziehungsweise Kennzahlensysteme einen hohen Stellenwert ein. Die Kennzahlen des erfolgreichsten Unternehmens stellt dabei einen Orientierungswert dar. Welche Kennzahlen aussagekräftig sind, ist vom Unternehmen abhängig. Dabei können Eigen- oder Fremdfinanzierung und ob Ihr Unternehmen ohne- oder mit Anlagendeckung operiert, einen Unterschied bedeuten. Es gibt zahlreiche Finanzkennzahlen wie zum Beispiel die Debitorenkontrolle, den Gesamtkapitalumschlag oder Kennzahlen zur Lagerhaltung (z. B. Lagerumschlag, durchschnittliche Lagerdauer). Im Folgenden werden 7 Kennzahlen näher beschrieben, die häufig Anwendung in Unternehmen finden.

1. Liquidität

Was sagt die Liquidität aus? Die Liquidität trifft eine Aussage darüber, ob ein Unternehmen in der Lage ist, seine Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen oder ob das Risiko eines Liquiditätsengpasses besteht. Diese Kennzahl sagt somit etwas über die flüssigen Mittel, wie zum Beispiel Bargeld oder Bankguthaben eines Unternehmens aus. Diese kurzfristig wichtige Unternehmenskennzahl hilft bei der Liquiditätsplanung. Fehlende oder nicht ausreichende Liquidität würde bedeuten, dass ein Unternehmen Zahlungsfristen nicht einhalten kann. Sofern dies allgemein bekannt ist, können Lieferanten als Absicherung auf eine Vorauszahlung bestehen, dies hat eine Abwärtsspirale zur Folge. In Wachstumsphasen wird die Liquidität meist stark beansprucht. Es werden Liquiditätsgrad 1 (=Cash Ratio), Liquiditätsgrad 2 und Liquiditätsgrad 3 (=Current Ratio) unterschieden. Der Liquiditätsgrad 2 verfügt über die grösste Aussagekraft, daher wird dieser hier näher beschrieben.

Liquiditätsgrad 2 (=Quick Ratio)

Wird bei der Berechnung der Quick Ratio der Richtwert 100 % erreicht, so bedeutet dies, dass mit den flüssigen Mitteln kurzfristige Verbindlichkeiten und Forderungen gedeckt werden können. Sinkt der Liquiditätswert unter 100 %, so besteht die Gefahr von Lieferschwierigkeiten.

2. Finanzierung

Was sagt die Kennzahl der Finanzierung aus? Die Finanzierungskennzahl trifft eine Aussage über das Verhältnis der Finanzierung. Ein hoher Eigenfinanzierungsgrad bringt erhebliche Vorteile mit sich, zu diesen zählen die folgenden:

  • Gesicherte Liquidität
  • Entscheidungsfreiheit
  • Unabhängigkeit von Kapitalgebern
  • Niedrige Zinskosten
  • Sichere Basis für Selbstfinanzierung bei Investitionen
  • Sicherheit bei Konjunkturschwankungen Während der derzeitig niedrige Zins zur Erhöhung des Fremdkapitals verleitet, handeln besonders Banken im Moment eher restriktiv, was die Vergabe von Krediten betrifft.

3. Return on Investment - ROI

Was ist der Return on Investment? ROI, kurz für Return on Investment oder auch die Kapitalrendite, Gesamtkapitalrentabilität oder Kapitalverzinsung, dienen der Messung der Rendite des Gesamtkapitals. Gemessen wird diese Kennzahl am Erfolg im Verhältnis zum eingesetzten Gesamtkapital. Der ROI kann auch genutzt werden, um ein Vorhaben (z. B. Investition, Projekt) auf seine Rentabilität zu überprüfen. Hergeleitet wird diese Finanzkennzahl aus dem DuPont-Kennzahlensystem. Angenommen, die Investition liegt bei 100 und die Gewinne in den 5 Jahren, die betrachtet werden, liegen bei 125 (Gewinne pro Jahr 25), dann ergibt sich die folgende Berechnung zum Return on Investment.

4. Rentabilität

Was sagt die Rentabilität aus? Die Rentabilitätskennzahl sagt aus, wie ein Unternehmen wirtschaftet. Sie liefert Informationen über die Verzinsung des Eigenkapitals und zum erzielten Gewinn pro Umsatzfranken. Als grober Richtwert für die Eigenkapitalrendite wird der Kapitalmarktzins für langfristige Anlagen herangezogen. Dieser liegt bei rund 50 % über der Rendite für risikofreie Anlagen (z. B. Bundesobligationen). Im Beispiel werden die Eigenkapitalrentabilität oder auch Eigenkapitalrendite berechnet.

5. Cashflow

Was ist der Cashflow? Der Cashflow (englisch für Geldfluss) oder eher die Cashflows sollen durch die Kapitalflussrechnung (= Cashflow-Rechnung) transparent gemacht werden. Die Zahlungsströme (= Cashflows) liefern wichtige Informationen zur Einschätzung der finanziellen Lage eines Unternehmens.

Arten von Cashflows

Die Kapitalflussrechnung kann in drei Arten von Cashflows untergliedert werden. Die drei Cashflows werden folgendermaßen unterschieden:

Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeiten

Der Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeiten (Operative Cashflow) ist die Summe der Einnahmen und Ausgaben, die sich aus den operativen Tätigkeiten eines Unternehmens ergeben. Ein Beispiel dafür sind Einnahmen, die sich aus Verkäufen von Produkten ergeben, sowie Ausgaben, die der Bezahlung von Produktionsrohstoffen dienen. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit kann mittels einer direkten oder einer indirekten Methode berechnet werden. In den häufigsten Fällen wird die indirekte Berechnung herangezogen, da die direkte Methode ein hohes Maß an Komplexität mit sich bringt.

Cashflow aus Investitionstätigkeiten

Der Cashflow aus Investitionstätigkeiten entsteht aus den Einnahmen und Ausgaben, die der Investition dienen. Die Differenz der Ein- und Auszahlungen gibt dabei Auskunft darüber, ob die Investitionstätigkeiten im laufenden Geschäftsjahr einen positiven oder negativen Rückfluss für das Unternehmen bewirkt haben. Investitionen und oder Desinvestition sind dabei der Erwerb oder die Veräußerung von langfristigen Vermögensgegenständen sowie anderer Finanzanlagen, welche nicht zum Nettoumlaufvermögen oder zu den Zahlungsäquivalenten gezählt werden.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beinhaltet alle Cash Zu- oder Abflüsse, welche das Eigenkapital eines Unternehmens betreffen. Diese Geldbewegungen zeigen auf, wie sich die Finanzierung der Gesellschaft im Betrachtungszeitraum verändert hat. Dies erfolgt zum Beispiel durch die Ausgabe von Aktien oder die Aufnahme oder Rückzahlung von Krediten.

Free Cashflow

Neben diesen drei Cashflows gibt es auch noch den sogenannten Free Cashflow, oder auch Freien Cashflow. Dieser wird gebildet aus der Summe des Operativen Cashflows und dem Cashflow aus Investitionstätigkeiten. Mit den Mitteln des Free Cashflows, können Unternehmen zum Beispiel Dividenden zahlen oder Aktien zurückkaufen. Er stellt somit jene monetären Mittel dar, die dem Unternehmen übrig bleiben und somit frei zur Verfügung stehen.

6. Anlagenintensität

Was sagt die Anlagenintensität aus? Bei der Berechnung der Anlagenintensität wird das Anlagevermögen zum Gesamtvermögen ins Verhältnis gesetzt. Eine hohe Anlagenintensität bedeutet, dass das Unternehmen wenig agil ist, was Marktveränderungen betrifft. Dies bedeutet ein erhöhtes Risiko. Kapital, das in Anlagevermögen gebunden ist, steht nicht zur Verfügung, um auf neue Marktbedingungen zu reagieren.

7. Anlagendeckung

Was ist die Anlagendeckung? Die Anlagendeckung oder auch Kapitaldeckung betrachtet das Ausmass in welchem das Anlagevermögen durch langfristiges Kapital gedeckt ist. Gemeinsam mit dem Liquiditätsgrad und dem Working Capital errechnet sie die Kennzahl für die horizontale Bilanzstruktur. Anlagen, die dem Unternehmen langfristig gehören, sollten stets durch langfristiges Fremdkapital und unkündbares Eigenkapital finanziert werden. Unterschieden werden drei Grade:

  • Anlagendeckungsgrad 1 – zeigt an, inwieweit das Anlagenvermögen durch das Eigenkapital gedeckt wird
  • Anlagendeckungsgrad 2 – liefert Informationen zur Deckung des Anlagevermögens mit langfristig zur Verfügung stehendem Kapital
  • Anlagendeckungsgrad 3 – gibt Auskunft darüber, inwiefern das Anlagevermögen und langfristige Umlaufvermögen durch das Eigenkapital und langfristige Fremdkapital gedeckt ist.

FAQ

foto by unsplash.com

Finanzkennzahlen - Was sagen ROI, Cashflow & Co. aus & wie werden Sie berechnet!

24. August 2021

foto by unsplash.com

Während Unternehmenskennzahlen für Ungeübte nur wenig Aussagekraft haben, können Fachleute eine Menge an Informationen aus ihnen gewinnen. Die richtigen Kennzahlen bieten diesen die Möglichkeit, mit nur einem Blick eine Übersicht über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens zu erlangen. Bilanzkennzahlen sind im Controlling nicht wegzudenken. Sie dienen der Problemerkennung, der Identifikation von Stärken und Schwächen und liefern Optimierungspotenzial. Sie geben auch Auskunft darüber, ob sich ein Unternehmen auf Kurs befindet. Die Veränderung der Zahlen innerhalb eines Jahres oder Quartals bieten Aufschluss über die Entwicklung und mögliche zukünftige Trends.

Kennzahlen – Was Sie dazu wissen sollten!

  • Geballte Information – Bei Unternehmenskennzahlen handelt es sich um eine Verdichtung von Informationen.
  • Variieren innerhalb von Ländern – Kennzahlen liegen meist Rechnungslegungsvorschriften zugrunde, diese können sich abhängig vom Herkunftsland unterscheiden. Der Vergleich von Unternehmen auf Basis dieser ist somit nicht immer möglich.
  • Kennzahlensysteme – Kennzahlensysteme bezeichnen die Zusammenfassung mehrerer Kennzahlen, die miteinander in Beziehung stehen. Zu bedeutenden Kennzahlensystemen zählen das ZVEI-, das RL- und das DuPont-Kennzahlensystem.
  • Benchmarking – Bei Betriebsvergleichen und Benchmarking nehmen Kennzahlen beziehungsweise Kennzahlensysteme einen hohen Stellenwert ein. Die Kennzahlen des erfolgreichsten Unternehmens stellt dabei einen Orientierungswert dar. Welche Kennzahlen aussagekräftig sind, ist vom Unternehmen abhängig. Dabei können Eigen- oder Fremdfinanzierung und ob Ihr Unternehmen ohne- oder mit Anlagendeckung operiert, einen Unterschied bedeuten. Es gibt zahlreiche Finanzkennzahlen wie zum Beispiel die Debitorenkontrolle, den Gesamtkapitalumschlag oder Kennzahlen zur Lagerhaltung (z. B. Lagerumschlag, durchschnittliche Lagerdauer). Im Folgenden werden 7 Kennzahlen näher beschrieben, die häufig Anwendung in Unternehmen finden.

1. Liquidität

Was sagt die Liquidität aus? Die Liquidität trifft eine Aussage darüber, ob ein Unternehmen in der Lage ist, seine Zahlungsverpflichtungen fristgerecht zu erfüllen oder ob das Risiko eines Liquiditätsengpasses besteht. Diese Kennzahl sagt somit etwas über die flüssigen Mittel, wie zum Beispiel Bargeld oder Bankguthaben eines Unternehmens aus. Diese kurzfristig wichtige Unternehmenskennzahl hilft bei der Liquiditätsplanung. Fehlende oder nicht ausreichende Liquidität würde bedeuten, dass ein Unternehmen Zahlungsfristen nicht einhalten kann. Sofern dies allgemein bekannt ist, können Lieferanten als Absicherung auf eine Vorauszahlung bestehen, dies hat eine Abwärtsspirale zur Folge. In Wachstumsphasen wird die Liquidität meist stark beansprucht. Es werden Liquiditätsgrad 1 (=Cash Ratio), Liquiditätsgrad 2 und Liquiditätsgrad 3 (=Current Ratio) unterschieden. Der Liquiditätsgrad 2 verfügt über die grösste Aussagekraft, daher wird dieser hier näher beschrieben.

Liquiditätsgrad 2 (=Quick Ratio)

Wird bei der Berechnung der Quick Ratio der Richtwert 100 % erreicht, so bedeutet dies, dass mit den flüssigen Mitteln kurzfristige Verbindlichkeiten und Forderungen gedeckt werden können. Sinkt der Liquiditätswert unter 100 %, so besteht die Gefahr von Lieferschwierigkeiten.

2. Finanzierung

Was sagt die Kennzahl der Finanzierung aus? Die Finanzierungskennzahl trifft eine Aussage über das Verhältnis der Finanzierung. Ein hoher Eigenfinanzierungsgrad bringt erhebliche Vorteile mit sich, zu diesen zählen die folgenden:

  • Gesicherte Liquidität
  • Entscheidungsfreiheit
  • Unabhängigkeit von Kapitalgebern
  • Niedrige Zinskosten
  • Sichere Basis für Selbstfinanzierung bei Investitionen
  • Sicherheit bei Konjunkturschwankungen Während der derzeitig niedrige Zins zur Erhöhung des Fremdkapitals verleitet, handeln besonders Banken im Moment eher restriktiv, was die Vergabe von Krediten betrifft.

3. Return on Investment - ROI

Was ist der Return on Investment? ROI, kurz für Return on Investment oder auch die Kapitalrendite, Gesamtkapitalrentabilität oder Kapitalverzinsung, dienen der Messung der Rendite des Gesamtkapitals. Gemessen wird diese Kennzahl am Erfolg im Verhältnis zum eingesetzten Gesamtkapital. Der ROI kann auch genutzt werden, um ein Vorhaben (z. B. Investition, Projekt) auf seine Rentabilität zu überprüfen. Hergeleitet wird diese Finanzkennzahl aus dem DuPont-Kennzahlensystem. Angenommen, die Investition liegt bei 100 und die Gewinne in den 5 Jahren, die betrachtet werden, liegen bei 125 (Gewinne pro Jahr 25), dann ergibt sich die folgende Berechnung zum Return on Investment.

4. Rentabilität

Was sagt die Rentabilität aus? Die Rentabilitätskennzahl sagt aus, wie ein Unternehmen wirtschaftet. Sie liefert Informationen über die Verzinsung des Eigenkapitals und zum erzielten Gewinn pro Umsatzfranken. Als grober Richtwert für die Eigenkapitalrendite wird der Kapitalmarktzins für langfristige Anlagen herangezogen. Dieser liegt bei rund 50 % über der Rendite für risikofreie Anlagen (z. B. Bundesobligationen). Im Beispiel werden die Eigenkapitalrentabilität oder auch Eigenkapitalrendite berechnet.

5. Cashflow

Was ist der Cashflow? Der Cashflow (englisch für Geldfluss) oder eher die Cashflows sollen durch die Kapitalflussrechnung (= Cashflow-Rechnung) transparent gemacht werden. Die Zahlungsströme (= Cashflows) liefern wichtige Informationen zur Einschätzung der finanziellen Lage eines Unternehmens.

Arten von Cashflows

Die Kapitalflussrechnung kann in drei Arten von Cashflows untergliedert werden. Die drei Cashflows werden folgendermaßen unterschieden:

Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeiten

Der Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeiten (Operative Cashflow) ist die Summe der Einnahmen und Ausgaben, die sich aus den operativen Tätigkeiten eines Unternehmens ergeben. Ein Beispiel dafür sind Einnahmen, die sich aus Verkäufen von Produkten ergeben, sowie Ausgaben, die der Bezahlung von Produktionsrohstoffen dienen. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit kann mittels einer direkten oder einer indirekten Methode berechnet werden. In den häufigsten Fällen wird die indirekte Berechnung herangezogen, da die direkte Methode ein hohes Maß an Komplexität mit sich bringt.

Cashflow aus Investitionstätigkeiten

Der Cashflow aus Investitionstätigkeiten entsteht aus den Einnahmen und Ausgaben, die der Investition dienen. Die Differenz der Ein- und Auszahlungen gibt dabei Auskunft darüber, ob die Investitionstätigkeiten im laufenden Geschäftsjahr einen positiven oder negativen Rückfluss für das Unternehmen bewirkt haben. Investitionen und oder Desinvestition sind dabei der Erwerb oder die Veräußerung von langfristigen Vermögensgegenständen sowie anderer Finanzanlagen, welche nicht zum Nettoumlaufvermögen oder zu den Zahlungsäquivalenten gezählt werden.

Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beinhaltet alle Cash Zu- oder Abflüsse, welche das Eigenkapital eines Unternehmens betreffen. Diese Geldbewegungen zeigen auf, wie sich die Finanzierung der Gesellschaft im Betrachtungszeitraum verändert hat. Dies erfolgt zum Beispiel durch die Ausgabe von Aktien oder die Aufnahme oder Rückzahlung von Krediten.

Free Cashflow

Neben diesen drei Cashflows gibt es auch noch den sogenannten Free Cashflow, oder auch Freien Cashflow. Dieser wird gebildet aus der Summe des Operativen Cashflows und dem Cashflow aus Investitionstätigkeiten. Mit den Mitteln des Free Cashflows, können Unternehmen zum Beispiel Dividenden zahlen oder Aktien zurückkaufen. Er stellt somit jene monetären Mittel dar, die dem Unternehmen übrig bleiben und somit frei zur Verfügung stehen.

6. Anlagenintensität

Was sagt die Anlagenintensität aus? Bei der Berechnung der Anlagenintensität wird das Anlagevermögen zum Gesamtvermögen ins Verhältnis gesetzt. Eine hohe Anlagenintensität bedeutet, dass das Unternehmen wenig agil ist, was Marktveränderungen betrifft. Dies bedeutet ein erhöhtes Risiko. Kapital, das in Anlagevermögen gebunden ist, steht nicht zur Verfügung, um auf neue Marktbedingungen zu reagieren.

7. Anlagendeckung

Was ist die Anlagendeckung? Die Anlagendeckung oder auch Kapitaldeckung betrachtet das Ausmass in welchem das Anlagevermögen durch langfristiges Kapital gedeckt ist. Gemeinsam mit dem Liquiditätsgrad und dem Working Capital errechnet sie die Kennzahl für die horizontale Bilanzstruktur. Anlagen, die dem Unternehmen langfristig gehören, sollten stets durch langfristiges Fremdkapital und unkündbares Eigenkapital finanziert werden. Unterschieden werden drei Grade:

  • Anlagendeckungsgrad 1 – zeigt an, inwieweit das Anlagenvermögen durch das Eigenkapital gedeckt wird
  • Anlagendeckungsgrad 2 – liefert Informationen zur Deckung des Anlagevermögens mit langfristig zur Verfügung stehendem Kapital
  • Anlagendeckungsgrad 3 – gibt Auskunft darüber, inwiefern das Anlagevermögen und langfristige Umlaufvermögen durch das Eigenkapital und langfristige Fremdkapital gedeckt ist.

FAQ

Weitere empfohlene Beiträge
Unternehmenssteuern: Steuerpläne der OECD bedeuten Erosion des Wettbewerbs

Credo des Steuerwettbewerbs Im Nachgang zum deutschen Wirtschaftswunder war das Credo des Wettbewerbs salonfähig. Auch die Konkurrenz zwischen den einzelnen Volkswirtschaften gehörte zum unbestrittenen wirtschaftlichen Repertoire. Die historischen Daten sprechen eine klare Sprache: Wie auf der Ebene der Unternehmen ist auch auf der staatlichen Ebene der Wettbewerb zentraler Treiber für Wachstum und Wohlfahrt. Radikale Modernisierung […]

24. November 2019
...
Unternehmenssteuern: Der Schweiz droht schon wieder massiver Ärger an der Steuerfront

(Unlauterer) Steuerwettbewerb Die seit längerem anhaltende öffentliche Kritik, dass sich vor allem Digitalkonzerne vor Steuerzahlungen drücken können, zeigt Wirkung. Die OECD plant ein globales Modell zur Besteuerung der Digitalwirtschaft. Laut der Europäischen Kommission werden die Gewinne von Web-Giganten in mehreren europäischen Ländern mit Gewinnsteuersätzen von unter 10 % besteuert, während andere Unternehmen durchschnittlich mit Gewinnsteuersätzen […]

22. Juli 2019
...
Home-Office Kosten in der Steuererklärung

Bereits vor der Corona-Krise gab es einen Trend zu immer flexibleren Arbeitsmodellen, wobei immer mehr Arbeitnehmer teilweise im Home-Office arbeiten. Spätestens als der Bundesrat im Rahmen der Corona-Massnahmen das Arbeiten zuhause zuerst als Empfehlung und schliesslich als Pflicht verordnete, stellt sich für viele Arbeitnehmer die Frage, ob die Kosten für das private Arbeitszimmer, den Laptop […]

2. März 2021
...
Bundesgesetz über die Steuervorlage 17

Der Deal mit Steuerreform und AHV überlebt im Nationalrat Viel Rauch um Nichts! In einer neunstündigen Monsterdebatte hat der Nationalrat am 12.09.2018 nur wenig an der Vorlage des Ständerates geändert. Ein Antrag der Grünen zur Aufspaltung der Vorlage scheiterte knapp. Mit 101 Ja-Stimmen zu 93 Nein-Stimmen sprach sich der Nationalrat für die Verknüpfung der Steuervorlage […]

13. September 2018
...
Weitere empfohlene Beiträge
Rückerstattung der Verrechnungssteuer neu auch bei unvollständiger Steuererklärung?

Die Verrechnungssteuer wurde eingeführt, um einen Sicherungszweck zu erfüllen. Es soll sichergestellt werden, dass sämtliche Einkünfte in der Steuererklärung deklariert werden. Ohne eine ordnungsgemässe Deklaration der Einkünfte in der Steuererklärung, soll der Anspruch auf Rückerstattung der darauf erhobenen Verrechnungssteuer verweigert werden. Eine ordnungsgemässe Deklaration ist gegeben bei Angabe der Einkünfte in der ersten Steuererklärung nach […]

13. April 2018
...
Die Steuervorlage 17 nimmt die erste große Hürde!

Zusammenfassung: Der Ständerat hat beschlossen, die Steuervorlage 17 mit der AHV-Sanierung zu verknüpfen. Dieses Vorgehen soll der Unternehmenssteuerreform zum Durchbruch verhelfen. Der Finanzminister Ueli Maurer sprach von einem «kleinen Kunstwerk des politischen Kompromisses». Die Vorlage geht im Herbst in den Nationalrat. Ausgangslage: Am 12.02.2017 hat das Volk die Unternehmenssteuerreform III mit 59.1% Nein-Stimmen abgelehnt. Damit […]

8. Juni 2018
...
Unternehmenssteuern: Der Schweiz droht schon wieder massiver Ärger an der Steuerfront

(Unlauterer) Steuerwettbewerb Die seit längerem anhaltende öffentliche Kritik, dass sich vor allem Digitalkonzerne vor Steuerzahlungen drücken können, zeigt Wirkung. Die OECD plant ein globales Modell zur Besteuerung der Digitalwirtschaft. Laut der Europäischen Kommission werden die Gewinne von Web-Giganten in mehreren europäischen Ländern mit Gewinnsteuersätzen von unter 10 % besteuert, während andere Unternehmen durchschnittlich mit Gewinnsteuersätzen […]

22. Juli 2019
...
Weitere empfohlene Beiträge
Revidiertes Aktienrecht entgeht knapp dem Totalabsturz – der Ständerat schickt die Vorlage zurück in die Kommission!

Nichts wird aus dem frommen Wunsch, dass die Aktienrechtsreform in der Wintersession 2018 zum Abschluss gebracht werden kann. «Ich bin überzeugt, dass das neue Aktien- und Rechnungslegungsrecht dazu beiträgt, dass es für Investoren noch attraktiver wird, ihr Geld in Schweizer Unternehmen «arbeiten» zu lassen.» Das sagte der damalige Bundesrat Christoph Blocher im Jahr 2007. Damals […]

11. Dezember 2018
...
Neue Transparenzvorschriften für Besitzer von Inhaberaktien zum 1. Juli 2015

Die neuen Transparenzvorschriften für Besitzer von Inhaberaktien treten per 1. Juli 2015 in Kraft.

7. März 2017
...