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Veröffentlicht: 7.1.2026 Urs Urs Rindlisbacher

Das Wichtigste im Überblick:

  • Debitoren sind offene Forderungen gegenüber Kunden und beeinflussen direkt die Liquidität.
  • Die Abgrenzung zu Kreditoren ist zentral für Buchhaltung und Finanzsteuerung.
  • Debitorenbuchhaltung sorgt für Ordnung, Transparenz und korrekte Abschlüsse.
  • Debitorenmanagement steuert Zahlungseingänge aktiv und reduziert Ausfallrisiken.
  • Debitorenverluste und Delkredere sind zentrale Hebel im Umgang mit Zahlungsausfällen.

Was sind Debitoren?

Debitoren sind Kunden oder Geschäftspartner, die einem Unternehmen Geld schulden. Sie entstehen aus offenen Rechnungen und werden als Forderungen im Umlaufvermögen bilanziert.

In der Praxis entstehen Debitoren immer dann, wenn zwischen Leistungserbringung und Zahlungseingang eine zeitliche Lücke besteht. Diese ist im Geschäftsverkehr üblich und ergibt sich aus vereinbarten Zahlungsfristen oder Abrechnungszyklen.

Buchhalterisch werden Debitoren unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geführt. Sie gehören zum Umlaufvermögen, da erwartet wird, dass sie kurzfristig beglichen werden.

Solange eine Forderung offen ist, steht dem Unternehmen der entsprechende Betrag nicht als liquide Mittel zur Verfügung. Offene Debitoren binden somit Kapital und sind ein normaler, aber zu überwachender Bestandteil der finanziellen Situation eines Unternehmens.

„Debitoren sind kein Ausnahmefall, sondern Teil des operativen Geschäfts. Entscheidend ist eine klare und nachvollziehbare Erfassung der offenen Forderungen“, sagt ein Urs Rindlisbacher.

Was ist der Unterschied zwischen Debitoren und Kreditoren?

Debitoren sind Kunden mit offenen Rechnungen, Kreditoren sind Lieferanten oder Dienstleister mit offenen Verbindlichkeiten gegenüber dem Unternehmen.

Der Unterschied zwischen Debitoren und Kreditoren ergibt sich aus der Zahlungsrichtung. Während Debitoren dem Unternehmen Geld schulden, schuldet das Unternehmen den Kreditoren eine Zahlung für bereits erhaltene Leistungen oder Waren.

Buchhalterisch werden beide Positionen strikt getrennt geführt, da sie unterschiedliche Auswirkungen auf Vermögens- und Finanzlage haben. Diese Unterscheidung ist eine grundlegende Voraussetzung für eine korrekte Buchhaltung und transparente Abschlüsse.

Vergleich: Debitoren und Kreditoren in der Buchhaltung

KriteriumDebitorenKreditoren
ZahlungsrichtungKunde schuldet dem Unternehmen GeldUnternehmen schuldet Lieferant Geld
EntstehungVerkauf von Waren oder DienstleistungenBezug von Waren oder Dienstleistungen
Buchhalterische EinordnungForderungen aus Lieferungen und LeistungenVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
BilanzseiteAktivseite (Umlaufvermögen)Passivseite (kurzfristige Verbindlichkeiten)
Typisches RisikoZahlungsausfall oder verspätete ZahlungLiquiditätsbelastung bei Fälligkeit

Diese klare Trennung ermöglicht es, Forderungen und Verpflichtungen jederzeit nachvollziehbar darzustellen. Sie bildet die Grundlage für zuverlässige Auswertungen, Abschlüsse und interne Kontrollen.

Was ist eine Debitorenbuchhaltung?

Die Debitorenbuchhaltung erfasst, verwaltet und überwacht alle offenen Forderungen gegenüber Kunden und stellt deren korrekte Verbuchung sicher.

Die Debitorenbuchhaltung ist ein Teil der Finanzbuchhaltung und befasst sich mit sämtlichen Geschäftsvorfällen, die Kundenforderungen betreffen. Dazu gehören insbesondere das Erfassen von Rechnungen, das Verbuchen von Zahlungseingängen und die laufende Übersicht über offene Posten.

Ziel der Debitorenbuchhaltung ist es, jederzeit transparent darzustellen, welche Beträge Kunden noch schulden. Diese Transparenz ist Voraussetzung für korrekte Abschlüsse und eine verlässliche Darstellung der Vermögenslage.

In der Praxis bildet die Debitorenbuchhaltung die Grundlage für interne Auswertungen und externe Anforderungen, etwa im Rahmen von Jahresabschlüssen, Revisionen oder Steuerdeklarationen.

„Eine sauber geführte Debitorenbuchhaltung schafft Vertrauen in die Zahlen und ist die Basis für verlässliche Abschlüsse“ - Urs Rindlisbacher

Welche Aufgaben hat die Debitorenbuchhaltung?

Die Aufgaben der Debitorenbuchhaltung lassen sich in mehrere Kernbereiche gliedern:

  • Erfassung von Forderungen
    Verbuchung ausgestellter Rechnungen mit Datum, Betrag und Fälligkeit.
  • Überwachung offener Posten
    Laufende Kontrolle, welche Rechnungen bezahlt wurden und welche noch offen sind.
  • Verbuchung von Zahlungseingängen
    Abgleich von Bankeingängen mit offenen Forderungen.
  • Abstimmungen und Kontrolle
    Sicherstellung, dass Debitorensalden korrekt und nachvollziehbar sind.

Diese Aufgaben sorgen dafür, dass Forderungen vollständig, richtig und periodengerecht ausgewiesen werden.

Was ist eine Debitorennummer?

Die Debitorennummer ist eine eindeutige Identifikationsnummer, mit der ein Kunde in der Buchhaltung geführt wird. Sie dient der klaren Zuordnung von Rechnungen, Zahlungen und offenen Posten.

Typische Funktionen der Debitorennummer sind:

  • eindeutige Identifikation eines Kunden in der Buchhaltung
  • Vermeidung von Verwechslungen bei gleichnamigen Kunden
  • Grundlage für Auswertungen, OP-Listen und Abstimmungen

Die Debitorennummer ist ein organisatorisches Hilfsmittel und unterscheidet sich von einer Kundennummer in Verkaufs- oder CRM-Systemen.

Was ist eine Offene-Posten-Liste?

Eine Offene-Posten-Liste (OP-Liste) zeigt alle noch unbezahlten Kundenrechnungen zu einem bestimmten Stichtag. Sie ist ein zentrales Arbeitsinstrument der Debitorenbuchhaltung.

Typische Inhalte einer OP-Liste sind:

  • Rechnungsnummer und -datum
  • Fälligkeit der Rechnung
  • offener Betrag
  • zugeordneter Debitor

Die OP-Liste schafft Übersicht über ausstehende Zahlungen und bildet die Grundlage für weitere buchhalterische Auswertungen.

Wann braucht man ein Debitorenmanagement?


Debitorenmanagement wird erforderlich, wenn offene Forderungen gezielt gesteuert werden müssen, um Zahlungseingänge planbar zu halten und Ausfallrisiken zu begrenzen.

Debitorenmanagement setzt dort an, wo die reine Verbuchung von Forderungen nicht mehr ausreicht. Das ist häufig der Fall, wenn offene Rechnungen nicht mehr zuverlässig innerhalb der vereinbarten Fristen bezahlt werden oder wenn der Forderungsbestand für die Liquidität spürbar wird.

In der Praxis entsteht dieser Bedarf typischerweise in folgenden Situationen:

  • das Unternehmen wächst und stellt mehr Rechnungen aus
  • Zahlungsfristen verlängern sich oder werden vermehrt überschritten
  • einzelne Kunden zahlen wiederholt verspätet

Ziel ist es, Zahlungseingänge besser planbar zu machen und Risiken frühzeitig zu erkennen, ohne das operative Geschäft oder Kundenbeziehungen unnötig zu belasten.

„Debitorenmanagement wird dann relevant, wenn Forderungen nicht mehr nur erfasst, sondern aktiv gesteuert werden müssen“, erklärt Urs Rindlisbacher.

Wie funktioniert gutes Debitorenmanagement?

Gutes Debitorenmanagement folgt klar definierten Abläufen. Es beginnt mit einer transparenten Rechnungsstellung und endet erst mit dem vollständigen Zahlungseingang.

Zentrale Elemente sind:

  • eindeutige Zahlungsbedingungen und Fälligkeiten
  • laufende Überwachung offener Posten
  • zeitnahe Klärung von Rückfragen oder Abweichungen

Bleiben Rechnungen trotz dieser Schritte offen, erfolgt eine strukturierte Eskalation entlang festgelegter Prozesse. Dadurch werden Forderungen nachvollziehbar bearbeitet und nicht dem Zufall überlassen.

So schützt ein Debitorenmanagement Ihre Liquidität

Ein funktionierendes Debitorenmanagement wirkt direkt auf die Liquidität. Offene Forderungen binden Kapital, solange kein Zahlungseingang erfolgt.

Durch eine systematische Überwachung lassen sich Zahlungseingänge beschleunigen und Schwankungen besser ausgleichen. Gleichzeitig sinkt das Risiko, dass Forderungen zu spät erkannt oder abgeschrieben werden müssen. Debitorenmanagement unterstützt damit eine stabile Steuerung des Umlaufvermögens.

Wie geht man mit Debitorenverlusten um?

Debitorenverluste entstehen, wenn offene Forderungen ganz oder teilweise nicht mehr realisiert werden können und als Aufwand in der Buchhaltung erfasst werden müssen.

Debitorenverluste betreffen Forderungen, bei denen feststeht oder absehbar ist, dass ein Zahlungseingang nicht mehr erfolgt. Gründe können Zahlungsunfähigkeit eines Kunden, ein Konkurs oder eine definitive Betreibung ohne Erfolg sein. In diesen Fällen verliert das Unternehmen den Anspruch auf den offenen Betrag ganz oder teilweise.

Buchhalterisch wirken sich Debitorenverluste direkt auf die Erfolgsrechnung aus. Sie mindern den Gewinn und verändern die Vermögenslage, da Forderungen abgeschrieben werden müssen. Deshalb ist es wichtig, zwischen drohenden Zahlungsausfällen und endgültigen Verlusten zu unterscheiden und diese korrekt zu behandeln.

Für CFOs und Treuhänder ist der Umgang mit Debitorenverlusten vor allem eine Frage der sauberen Bewertung und der richtigen zeitlichen Zuordnung im Jahresabschluss.

Welche Massnahmen gibt es bei offenen Forderungen?

Bevor es zu einem Debitorenverlust kommt, bestehen in der Regel verschiedene Möglichkeiten, offene Forderungen aktiv zu bearbeiten. Ziel ist es, den Zahlungseingang doch noch zu erreichen oder die Situation frühzeitig zu klären.

Typische Massnahmen sind:

  • strukturierte Zahlungserinnerungen und Mahnungen
  • direkte Klärung von Rückfragen oder Reklamationen
  • Vereinbarung von Teilzahlungen oder neuen Zahlungsfristen

Bleiben diese Schritte erfolglos, können rechtliche Massnahmen folgen. Im Schweizer Kontext gehört dazu insbesondere die Betreibung. Welche Schritte sinnvoll sind, hängt vom Einzelfall, der Forderungshöhe und der Kundenbeziehung ab.

Was ist Delkredere?

Delkredere bezeichnet eine Wertberichtigung auf Forderungen, mit der ein Unternehmen vorsorglich erwartete Zahlungsausfälle berücksichtigt. Es kommt dann zum Einsatz, wenn der Zahlungseingang ungewiss ist, der Verlust aber noch nicht endgültig feststeht.

Im Unterschied zum Debitorenverlust handelt es sich beim Delkredere nicht um eine definitive Abschreibung, sondern um eine Bewertungskorrektur. Forderungen bleiben bestehen, werden jedoch um das geschätzte Ausfallrisiko reduziert.

In der Schweiz akzeptieren die Steuerbehörden Delkredere in pauschaler Form, wobei die zulässigen Ansätze kantonal unterschiedlich sein können. In der Praxis dient das Delkredere dazu, den Jahresabschluss realistisch abzubilden und Risiken transparent auszuweisen.

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