Cookie Consent by TermsFeed

Baldige Beseitigung einer Rechtsungleichheit im Kanton Zürich – neue Möglichkeiten bei der Verlustverrechnung in Sicht

26. Juni 2017

Nach dem Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) unterliegen Gewinne aus der Veräusserung eines privaten Grundstücks der Grundstückgewinnsteuer. Die Kantone können die Grundstückgewinnsteuer (GGSt) auch auf Gewinne aus der Veräusserung von Grundstücken des Geschäftsvermögens erheben, sofern sie diese Grundstückgewinne von der Einkommens- und Gewinnsteuer ausnehmen oder die Grundstückgewinnsteuer auf die Einkommens- und Gewinnsteuer anrechnen.

Bei der Besteuerung von Grundstückgewinnen wird zwischen dem monistischen System und dem dualistischen System unterschieden:

Monistisches System: (z.B. Kt. ZH, BE, BL, BS, NW, SZ) Der Grundstückgewinn im Geschäftsvermögen wird – wie der Grundstückgewinn im Privatvermögen – mit der separaten Grundstückgewinnsteuer (Objektsteuer) besteuert.

Dualistisches System: (z.B. Kt. LU, SG, ZG, AG, OW) Der Grundstückgewinn im Geschäftsvermögen unterliegt – wie der übrige Geschäftsgewinn – der Einkommenssteuer der natürlichen Person oder der Gewinnsteuer der juristischen Person.

Im Kanton Zürich gilt das monistische System der Grundstückgewinnbesteuerung. Somit werden Grundstückgewinne des Geschäftsvermögens im Umfang des Wertzuwachsgewinns mit der Grundstückgewinnsteuer abgerechnet. Mit der Einkommens- oder Gewinnsteuer werden die wiedereingebrachten Abschreibungen erfasst.

Die Gegner der Gesetzesänderung führen ins Feld, es handle sich bei der Grundstückgewinnsteuer um eine reine Objektsteuer, die unabhängig von der wirtschaftlichen Lage des Steuerpflichtigen erhoben wird. Die Vermischung der Grundstückgewinnsteuer als Objektsteuer mit der Einkommens- oder Gewinnsteuer, die sich nach dem Geschäftsgang des Unternehmens richtet, sei unzulässig. Die neuen Möglichkeiten der Verlustverrechnung bei innerkantonalen Gesellschaften könnten zur Steueroptimierung verwendet werden und es würden vermehrt privat gehaltene Immobilien in juristische Personen überführt.

Nach dem geltenden Steuergesetz im Kanton Zürich können Geschäftsverluste nicht mit den der Grundstückgewinnsteuer unterliegenden Grundstückgewinnen des Geschäftsvermögens verrechnet werden.

Im interkantonalen Verhältnis ist diese Verrechnung von Geschäftsverlusten mit Grundstückgewinnen zulässig. Das bedeutet, dass Unternehmen mit ausserkantonalem Sitz die Geschäftsverluste mit dem im Kanton Zürich erzielten Grundstückgewinn verrechnen können.

Die Ungerechtigkeit besteht darin, dass diese Verlustverrechnungsmöglichkeit für Firmen mit Sitz ausserhalb des Kantons Zürich schon seit über 10 Jahren besteht. Da innerkantonale Unternehmen, also Unternehmen mit Sitz im Kanton Zürich und Liegenschaften im Kanton Zürich, diese Verlustverrechnung nicht vornehmen können, werden die innerkantonalen Unternehmen systematisch benachteiligt. Mit der neuen gesetzlichen Regelung sollen züricherische Unternehmen den ausserkantonalen gleichgestellt werden. Der Kanton Zürich ist der einzige Kanton, der diese Verlustverrechnungsmöglichkeit für innerkantonale Unternehmen nicht kennt.

Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat den Kantonsrat beauftragt, dass zukünftig auch Züricher Unternehmen ihre Geschäftsverluste bei der Grundstückgewinnsteuer anrechnen können. Die vorberatende Kommission für Wirtschaft und Arbeit des Kantonsrates hat der Vorlage am 01.06.2017 mehrheitlich zugestimmt. Es ist davon auszugehen, dass das Ratsplenum dem Antrag der Kommission folgen wird.

Durch diese Gesetzesänderung dürfte bald wieder Rechtsgleichheit zwischen inner- und ausserkantonalen Gesellschaften herrschen und ein Standortnachteil des Kantons Zürich beseitigt werden.

Baldige Beseitigung einer Rechtsungleichheit im Kanton Zürich – neue Möglichkeiten bei der Verlustverrechnung in Sicht

26. Juni 2017

Nach dem Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) unterliegen Gewinne aus der Veräusserung eines privaten Grundstücks der Grundstückgewinnsteuer. Die Kantone können die Grundstückgewinnsteuer (GGSt) auch auf Gewinne aus der Veräusserung von Grundstücken des Geschäftsvermögens erheben, sofern sie diese Grundstückgewinne von der Einkommens- und Gewinnsteuer ausnehmen oder die Grundstückgewinnsteuer auf die Einkommens- und Gewinnsteuer anrechnen.

Bei der Besteuerung von Grundstückgewinnen wird zwischen dem monistischen System und dem dualistischen System unterschieden:

Monistisches System: (z.B. Kt. ZH, BE, BL, BS, NW, SZ) Der Grundstückgewinn im Geschäftsvermögen wird – wie der Grundstückgewinn im Privatvermögen – mit der separaten Grundstückgewinnsteuer (Objektsteuer) besteuert.

Dualistisches System: (z.B. Kt. LU, SG, ZG, AG, OW) Der Grundstückgewinn im Geschäftsvermögen unterliegt – wie der übrige Geschäftsgewinn – der Einkommenssteuer der natürlichen Person oder der Gewinnsteuer der juristischen Person.

Im Kanton Zürich gilt das monistische System der Grundstückgewinnbesteuerung. Somit werden Grundstückgewinne des Geschäftsvermögens im Umfang des Wertzuwachsgewinns mit der Grundstückgewinnsteuer abgerechnet. Mit der Einkommens- oder Gewinnsteuer werden die wiedereingebrachten Abschreibungen erfasst.

Die Gegner der Gesetzesänderung führen ins Feld, es handle sich bei der Grundstückgewinnsteuer um eine reine Objektsteuer, die unabhängig von der wirtschaftlichen Lage des Steuerpflichtigen erhoben wird. Die Vermischung der Grundstückgewinnsteuer als Objektsteuer mit der Einkommens- oder Gewinnsteuer, die sich nach dem Geschäftsgang des Unternehmens richtet, sei unzulässig. Die neuen Möglichkeiten der Verlustverrechnung bei innerkantonalen Gesellschaften könnten zur Steueroptimierung verwendet werden und es würden vermehrt privat gehaltene Immobilien in juristische Personen überführt.

Nach dem geltenden Steuergesetz im Kanton Zürich können Geschäftsverluste nicht mit den der Grundstückgewinnsteuer unterliegenden Grundstückgewinnen des Geschäftsvermögens verrechnet werden.

Im interkantonalen Verhältnis ist diese Verrechnung von Geschäftsverlusten mit Grundstückgewinnen zulässig. Das bedeutet, dass Unternehmen mit ausserkantonalem Sitz die Geschäftsverluste mit dem im Kanton Zürich erzielten Grundstückgewinn verrechnen können.

Die Ungerechtigkeit besteht darin, dass diese Verlustverrechnungsmöglichkeit für Firmen mit Sitz ausserhalb des Kantons Zürich schon seit über 10 Jahren besteht. Da innerkantonale Unternehmen, also Unternehmen mit Sitz im Kanton Zürich und Liegenschaften im Kanton Zürich, diese Verlustverrechnung nicht vornehmen können, werden die innerkantonalen Unternehmen systematisch benachteiligt. Mit der neuen gesetzlichen Regelung sollen züricherische Unternehmen den ausserkantonalen gleichgestellt werden. Der Kanton Zürich ist der einzige Kanton, der diese Verlustverrechnungsmöglichkeit für innerkantonale Unternehmen nicht kennt.

Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat den Kantonsrat beauftragt, dass zukünftig auch Züricher Unternehmen ihre Geschäftsverluste bei der Grundstückgewinnsteuer anrechnen können. Die vorberatende Kommission für Wirtschaft und Arbeit des Kantonsrates hat der Vorlage am 01.06.2017 mehrheitlich zugestimmt. Es ist davon auszugehen, dass das Ratsplenum dem Antrag der Kommission folgen wird.

Durch diese Gesetzesänderung dürfte bald wieder Rechtsgleichheit zwischen inner- und ausserkantonalen Gesellschaften herrschen und ein Standortnachteil des Kantons Zürich beseitigt werden.

Weitere empfohlene Beiträge
Home-Office Kosten in der Steuererklärung

Bereits vor der Corona-Krise gab es einen Trend zu immer flexibleren Arbeitsmodellen, wobei immer mehr Arbeitnehmer teilweise im Home-Office arbeiten. Spätestens als der Bundesrat im Rahmen der Corona-Massnahmen das Arbeiten zuhause zuerst als Empfehlung und schliesslich als Pflicht verordnete, stellt sich für viele Arbeitnehmer die Frage, ob die Kosten für das private Arbeitszimmer, den Laptop […]

2. März 2021
...
Steuerruling: Mehr Sicherheit im Berufsalltag

Das Urteil vom 5. Oktober 2012 löste bei den Steuerpflichtigen, ihren Beratern sowie den Steuerbehörden bezüglich der Bindungswirkung eines Steuerrulings eine spürbare Verunsicherung aus. Bis zu diesem Zeitpunkt herrschte bei den Akteuren in der Steuerwelt überwiegend Einigkeit darüber, dass die kantonalen Steuerbehörden für die Erteilung von Steuerrulings betreffend die direkte Bundessteuer als veranlagende Behörde zuständig sind. Das Bundesgericht hatte diesen Grundsatz zwischenzeitlich in Frage gestellt. Nun hat es sich zur Zuständigkeit für die Rulinggewährung, Bindungswirkung bei Erteilung durch die nicht zuständige Behörde, Zeitpunkt des Widerrufs sowie Übergangsfristen bei Widerruf wegweisend geäussert.

6. März 2017
...
Bundesgesetz über die Steuervorlage 17

Der Deal mit Steuerreform und AHV überlebt im Nationalrat Viel Rauch um Nichts! In einer neunstündigen Monsterdebatte hat der Nationalrat am 12.09.2018 nur wenig an der Vorlage des Ständerates geändert. Ein Antrag der Grünen zur Aufspaltung der Vorlage scheiterte knapp. Mit 101 Ja-Stimmen zu 93 Nein-Stimmen sprach sich der Nationalrat für die Verknüpfung der Steuervorlage […]

13. September 2018
...
Pendlerabzug: Die Auswirkungen der FABI-Vorlage

Am 9. Februar 2014 hat das Stimmvolk den «Bundesbeschluss über die Finanzierung und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur» (FABI) angenommen. Dabei befand der Souverän auch über eine steuerliche Frage: die Begrenzung des Pendlerabzugs in der privaten Steuererklärung auf 3000 CHF.

3. März 2017
...
Weitere empfohlene Beiträge
Neue Steuersparmöglichkein für Unternehmen

Zwischenzeitlich haben alle Kantone neue interessante Steuersparmöglichkeiten eingeführt, welche seit diesem Jahr zur Verfügung stehen. Dies als Folge der Eidgenössischen Volksabstimmung im 2019 (STAF).Bei der Direkten Bundessteuer ändert sich nichts. WAS IST NEU AUF KANTONSEBENE? Abschaffung von Steuerprivilegien Die privilegierte Besteuerung von Holdinggesellschaften, gemischten Gesellschaften und Domizilgesellschaften entfällt. Dies bedeutet, dass diese Gesellschaften ab 01.01.2020 […]

28. November 2020
...
Liegenschaften direkt oder via Immobiliengesellschaft halten?

Der kantonale Steuerwettbewerb hat in den vergangenen Jahren Voraussetzungengeschaffen, die das Halten von Liegenschaften über eine Immobiliengesellschaft steuerlich und in Bezug auf Abgaben der Sozialversicherungen unter Umständen attraktiv machen.

3. März 2017
...
Pendlerabzug: Die Auswirkungen der FABI-Vorlage

Am 9. Februar 2014 hat das Stimmvolk den «Bundesbeschluss über die Finanzierung und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur» (FABI) angenommen. Dabei befand der Souverän auch über eine steuerliche Frage: die Begrenzung des Pendlerabzugs in der privaten Steuererklärung auf 3000 CHF.

3. März 2017
...
Weitere empfohlene Beiträge
Die verdeckte Kapitaleinlage in Form einer Nutzungseinlage

Ausgangslage / Sachverhalt: Bei den verdeckten Kapitalentnahmen (verdeckte Gewinnausschüttung oder Gewinnvorwegnahmen) wird die Gesellschaft entreichert. Bei diesen Sachverhalten erfolgt eine steuerliche Korrektur des ausgewiesenen Jahresgewinnes. Beim Aktionär unterliegen verdeckte Gewinnausschüttung und Gewinnvorwegnahmen der Einkommenssteuer. Als Gegenstück zu den verdeckten Kapitalentnahmen stehen die verdeckten Kapitaleinlagen. Wenn beispielsweise ein privater Aktionär seiner Aktiengesellschaft einen Vermögensgegenstand unter dem Verkehrswert […]

10. November 2018
...
Ab 2019 sind Lotto- und Toto-Gewinne bis 1 Million Franken steuerfrei

In der Volksabstimmung vom 10.06.2018 hatte sich das Volk für das neue Geldspielgesetz entschieden. Die neuen gesetzlichen Bestimmungen sind am 01.01.2019 in Kraft getreten. Das neue Geldspielgesetz ersetzt das Spielbankengesetz aus dem Jahre 1998 und das Lotteriegesetz aus dem Jahre 1923. Das neue Gesetz setzt den Verfassungsartikel über Geldspiele um, den Volk und Stände 2012 […]

20. Februar 2019
...