Cookie Consent by TermsFeed

Zeitgleiche Dividendenverbuchung bei Tochter- und Muttergesellschaften

5. November 2018

foto by unsplash.com

Üblicherweise werden Dividenden einer Tochtergesellschaft bei der beherrschenden Muttergesellschaft bei gleichem Bilanzstichtag periodenverschoben verbucht. Das heisst, die Muttergesellschaft verbucht den Dividendenanspruch bezogen auf den Bilanzgewinn der Tochtergesellschaft des Jahres 2018 im Zeitpunkt des Ausschüttungsbeschlusses im Jahr 2019. Das Steuerrecht folgt dieser zivilrechtlichen Behandlung und legt den Realisationszeitpunkt für den Beteiligungsertrag ins Jahr 2019.

Verschiedene beherrschende Muttergesellschaften weisen Dividendenausschüttungen ihrer Tochtergesellschaften jedoch zeitgleich als Beteiligungsertrag aus, das heisst sie aktivieren den Dividendenanspruch erfolgswirksam bereits per 31.12.2018.

Die Voraussetzungen für den zeitgleichen, zivilrechtlich zulässigen Gewinnausweis – nach der wirtschaftlichen Betrachtungsweise – sind:

  1. der Bilanzstichtag der Tochtergesellschaft darf nicht nach jenem der Muttergesellschaft liegen
  2. die Generalversammlung der Tochtergesellschaft hat über die Gewinnausschüttung bereits vor der Generalversammlung der Muttergesellschaft Beschluss gefasst und
  3. dieser Sachverhalt wird im Anhang der Muttergesellschaft offengelegt.

Die Muttergesellschaft verbucht in ihrer Buchhaltung im Geschäftsjahr 2018 den Beteiligungsertrag transitorisch:

die Buchung lautet: Transitorische Aktiven / Beteiligungsertrag

Bei der Eröffnung der Buchhaltung des Geschäftsjahres 2019 macht sie die Buchung mittels Rückbuchung wieder rückgängig:

die Buchung lautet: Beteiligungsertrag / Transitorische Aktiven

Für die Wahrung des Anspruchs auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer respektive auf Durchführung des Meldeverfahrens hat die definitive, erfolgswirksame Verbuchung dieses Beteiligungsertrages im Zeitpunkt der Fälligkeit der steuerbaren Leistung (das heisst der Ausschüttung der Dividende im Jahre 2019) zu erfolgen:

die Buchung lautet: Bank / Beteiligungsertrag

Mit diesem Vorgehen erfüllt die Muttergesellschaft die Anforderungen an eine ordnungsmässe Verbuchung dieses Ertrags. Gleiches gilt auch für den Anspruch auf Durchführung des Meldeverfahrens.

Resultat Der zeitgleiche Gewinnausweis stellt, sofern die vorgehend genannten Voraussetzungen erfüllt sind, eine handelsrechtskonforme Verbuchung dar.

Weitere empfohlene Beiträge
Budgetplanung: Worauf basiert Sie & welchen Nutzen bringt sie mit sich?

Um den Stellenwert der Budgetierung beziehungsweise der Budgetplanung innerhalb eines Unternehmens zu verstehen, muss zunächst der Begriff Budget definiert werden. Was ist also ein Budget? Der Begriff Budget wird sowohl im Bereich der Betriebswirtschaftslehre als auch in der Finanzwissenschaft verwendet. [...]

21. September 2021
...
Quellensteuer-Revision 2021

Ausgangslage Am 15. Dezember 2016 hat das Parlament das Bundesgesetz über die Revision der Quellenbesteuerung des Erwerbseinkommens verabschiedet. Im April 2018 wurde die Quellensteuerverordnung publiziert. Am 12. Juni 2019 hat die Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV das Kreisschreiben Nr. 45 zur Quellenbesteuerung des Erwerbseinkommens von Arbeitnehmern publiziert. Seit dem 1.1.2021 ist die Revision der Quellensteuern in Kraft. […]

31. Januar 2021
...
Eine Schweizer Tradition stirbt einen langsamen Tod

Die Inhaberaktie steht vor dem Aus. Als Mittel zur schnellen Geldbeschaffung gedacht, bekam sie weltweit einen zunehmend schlechten Ruf. Die Inhaberaktie wird es ab 1.November 2019 nicht mehr geben. Zumindest wird sie die Anonymität des Besitzers nicht mehr gewährleisten. Dann tritt nämlich das Bundesgesetz zur Umsetzung von Empfehlungen des Global Forum über Transparenz und Informationsaustausch […]

22. November 2019
...
Crowdlending — Firmenkredite ohne Bank

In wenigen Jahren sind neue Geschäftsmodelle rund um das Thema Finanzierung entstanden. Was sind die neuen Möglichkeiten? Welche Chancen entstehen damit für Treuhänder und ihre Kunden? Der Beitrag bietet eine Übersicht über alternative Finanzierungen, mit Fokus auf dem Potenzial und den Prozessen des Crowdlendings. 1. Finanzierung als Herausforderung für KMU Um die Entwicklung des Betriebs […]

2. Juli 2019
...
Weitere empfohlene Beiträge
Neue Transparenzvorschriften für Besitzer von Inhaberaktien zum 1. Juli 2015

Die neuen Transparenzvorschriften für Besitzer von Inhaberaktien treten per 1. Juli 2015 in Kraft.

7. März 2017
...
Einkommenssteuern: wird der Steuerabzug für die Säule 3a ausgebaut?

Ausgangslage Seit dem Jahr 1972 ist die individuelle Vorsorge als dritte Säule des schweizerischen Dreisäulenkonzepts der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge in der Bundesverfassung verankert. Die 3. Säule wird in zwei Bereiche unterteilt: Säule 3b: die freie Selbstvorsorge Diese besteht aus dem persönlichen Sparen, Lebensversicherungen etc. Es besteht keine steuerliche Privilegierung. Säule 3a: die gebundene Selbstvorsorge […]

16. September 2019
...
Betrüger beim Opting-out und rolle der AHV-Ausgleichskasse

Der Autor weist auf die möglichen Folgen des Opting-out hin. Für eine bessere Kontrolle der Pflicht zur Ernennung einer Revisionsstelle schlägt dieser Beitrag vor, auf die Unterstützung der Ausgleichskassen zu setzen, weil sie bei der Beobachtung des Personals eine Schlüsselposition einnehmen. 1. Das Opting-out, ein kurzer Überblick Sind die Voraussetzungen für eine ordentliche Revision nicht […]

25. Juni 2019
...
Weitere empfohlene Beiträge
Substanzwertmethode, Ertragswertverfahren & Co. – Welche Bewertungsmethode ist die Richtige?

Egal ob bei einem Verkauf, Erbe oder Liquidation – es ist wichtig, den Wert eines Unternehmens zu kennen. Eine einzig richtige Methode zur Errechnung des Unternehmenswertes gibt es nicht, vielmehr existieren es eine Vielzahl an Methoden, die für unterschiedliche Anlässe mehr oder weniger gut geeignet sind. [...]

25. Januar 2022
...
Sozialversicherungen 2019

In der Beilage erhalten Sie die Übersicht der Sozialversicherungen 2019 als pdf-Datei. Die Beitragssätze der AHV/IV/EO sowie der ALV bleiben im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Eine Änderung gibt es bei der gebundenen Vorsorge. Der Maximalbetrag bei der freiwilligen Säule 3a für Versicherte mit 2. Säule beträgt 2019 CHF 6’826. Die Übersicht der Sozialversicherungen 2019 finden […]

18. Dezember 2018
...