Cookie Consent by TermsFeed

Was ist Business Intelligence (BI) & wie werden Daten in Wissen verwandelt?

2. Juni 2021

BI - von Datensätzen zu Wissen (foto by unsplash.com)

Während sich Business Intelligence mittlerweile am Markt etabliert hat, gibt es nach wie vor keine einheitliche Definition für diesen Begriff. Es gibt zum Beispiel eine Business Intelligence Definition, die auf den Analysten Howard Gardner zurückgeht. Diese besagt, dass BI ein Prozess ist, welcher Daten zu Informationen verarbeitet. Diese werden wiederum anhand von Erfahrungen zu Wissen. Eine weitere Definition beschreibt BI als ein entscheidungsorientiertes Sammeln, Aufbereiten und Darstellen von unternehmensrelevanten Informationen. Die Kernaussage ist bei beiden Definitionen die gleiche. Es werden Datensätze auf der einen Seite zu Wissen auf der anderen Seite transformiert.

Die Entwicklung der Business Intelligence-Software

Der Grundstein zur IT-basierten Management Unterstützung wurde bereits in den 1960er Jahren gelegt. In diesem Zeitraum wurden MI-Systeme (=Management-Informations-Systeme) entwickelt, um für die damalige Zeit grosse Datenmengen zu verwalten und auszuwerten. Diese Auswertungen wurden für Entscheidungen herangezogen. Das Grundgerüst des Zusammentragens und der Verdichtung der Daten gab es somit schon damals. Aufgrund der begrenzten technischen Möglichkeiten waren die damaligen Systeme jedoch kaum erfolgreich. Die starren Berichte, die MIS lieferten, wurden später von DSS (=Decision-Support-Systemen) abgelöst. Diese ermöglichten eine interaktive Entscheidungsgrundlage. Trotz erweiterter Fähigkeiten fanden aber auch die DS-Systeme aufgrund ihrer erhöhten Komplexität kaum Anklang. Erst mit der Konzipierung des Data Warehouse (= eine für Analysezwecke optimierte zentrale Datenbank) 1990 wurde das Prinzip erfolgreich. Zentrale Datenbanken ermöglichten schliesslich interaktive Analysen.

Wie sind BI Systeme aufgebaut?

BI basiert mittlerweile auf drei wesentlichen Aspekten. Zum einen wird Business Intelligence aus der Datenbank und dem Visualisierungstool gebildet. Zum anderen gibt es neben diesen beiden Grundkomponenten noch den Datensatz, das Herzstück. Dieser ermöglicht erst die Generierung von Informationen und somit Wissen. Die beiden Grundkomponenten sind selbsterklärend. Während die Datenbank der Speicherung von Datensätzen dient, ist es der Zweck der Visualisierungstools, diese in eine verständliche und ausdrucksvolle Form zu bringen.

Der Datensatz – das Herzstück der BI-Software

Die Datensätze selbst weisen den höchsten Komplexitätsgrad für den Nutzer auf. Hierbei muss eine Reihe von Aspekten beachtet werden, um am Ende das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Datenqualität

Um fundierte Informationen liefern zu können, müssen Datenbank und Visualisierungstool mit qualitativ hochwertigen Daten gefüllt werden. Dabei sollte man besonders bei externen Daten auf die Vertrauenswürdigkeit der Ursprungsquellen achten. Zudem kann man die Qualität der Daten durch eine entsprechende Bereinigung steigern.

Physische Datenherkunft

Datensätze können aus unterschiedlichen Quellen gewonnen werden. Je nach Anwendungsgebiet, Investitionskapital und Verfügbarkeit, werden externe oder interne Daten in eine Datenbank eingespeist. Abhängig von der Herkunft der Daten und dem System, in welchem diese gesammelt wurden, kann es zu Unterschieden in deren Struktur kommen. Dies macht eine Bereinigung notwendig.

Historische Datensätze

Da der Mehrwert von BI-Systemen aus einem möglichst umfassenden Datensatz entsteht, ist es wichtig, auch historische Zahlen bei der Datenanalyse zu berücksichtigen. Die Verwendung historischer Daten kann dazu führen, dass die BI-Software fundiertere und verlässlichere Informationen bereitstellt. Somit können auch Schwankungen, welche auf Jahreszeiten basieren, festgestellt werden.

Strukturierung der Daten

Damit Daten fundierte Informationen liefern, ist es wichtig, diese zunächst zu bereinigen. Dabei werden unvollständige oder fehlerhafte Datensätze entsprechend bearbeitet. Zudem muss man die Daten in eine gemeinsame Form bringen und Redundanzen entfernen. Dies ist besonders relevant, sobald historische Daten herangezogen werden. Das Mapping der Altdaten auf neue Strukturen bedeutet einen erheblichen Arbeitsaufwand. Dieser macht sich jedoch bezahlt, wenn dabei ein gut strukturierter Datensatz entsteht. Nur so kann der volle Funktionsumfang der BI Software genutzt werden. Durch ordentlich strukturierte Daten können diese zum Beispiel kategorisiert werden und liefern den Nutzern noch tiefere Einblicke.

Business Intelligence Tools: So werden die Daten transformiert

Wie transformiert Business Intelligence Daten zu Wissen? Abhängig vom Leistungsumfang kann eine Business Intelligence Software zum Beispiel die folgenden Kernfunktionen haben.

  • Abgleiche und Vergleiche der Daten: Im Zuge dessen werden die Ergebnisse von A/B-Tests (= dabei wird die Originalversion gegen eine leicht geänderte Version getestet) und multivariaten Tests (=ähnlich wie A/B Tests, hier wird jedoch eine grössere Anzahl an Variablen verglichen) gewonnen, verglichen und abgeglichen.
  • Prädikative Modellierung: Dabei wird anhand von Data Mining und Wahrscheinlichkeitsrechnungen eine Vorhersage von Ergebnissen ermöglicht.
  • Muster und Beziehungen: Durch das Sortieren und die Kategorisierung von Daten können Muster und Beziehungen sichtbar gemacht werden.
  • Ursache-Wirkungs-Szenarien: Eine historische Betrachtung von Daten kann zum Beispiel mögliche Ursachen-Wirkungs-Szenarien aufdecken.

BI: Deshalb ist die Software heute wichtiger denn je

In einer Zeit, in der Informationen Macht bedeuten, ist es nur logisch, dass BI Anklang findet. Doch warum ist dem so? Einerseits bewirkt die Digitalisierung einen immer schnelleren Wandel in der Unternehmenswelt. Dabei werden Unternehmen täglich mit neuen Herausforderungen konfrontiert und somit gezwungen, Entscheidungen immer schneller zu treffen. Gleichzeitig sorgt die Digitalisierung dafür, dass immer mehr Daten zur Verfügung stehen. BI-Systeme nutzen diesen Zustand und gebrauchen dabei, was ohnehin zur Verfügung steht – Informationen. So setzen sie immer grösser werdende Datenmengen ein, um Informationen zu generieren. Dank der systematischen Datenexploration kann schnell auf neue Situationen reagiert werden. Zum Teil können diese auch bereits vorhergesagt werden. Dabei können auch Schwachstellen anhand von Geschäftsdaten ermittelt werden. BI-Systeme liefern zudem keine statischen Daten, sondern bieten durch die ständige Erweiterung von Datenbeständen immer neue Informationen.

Business Intelligence: Vorteile in jedem Unternehmen

BI-Systeme finden nicht nur in grossen Konzernen Anwendung, sondern auch mittelständische Unternehmen haben den Mehrwert, den diese Software für Sie bieten kann, entdeckt. Während ein Business Intelligence Analyst zu Beginn vor allem noch ein IT-Experte war, können BI Systeme heute von Mitarbeitern aus auf allen Managementebenen genutzt werden. Zu den Vorteilen, welche Unternehmen aus der BI Software ziehen können, zählen die folgenden Punkte:

  • Optimierung von Entscheidungsprozessen
  • Verbesserung interner Geschäftsprozesse
  • Innerbetriebliche Effizienzsteigerung
  • Steigerung von Umsätzen
  • Ausweitung der Wettbewerbsvorteile
  • Frühzeitige Erkennung von Marktentwicklungen
  • Statisch hinterlegte Erkenntnisse über die eigene Unternehmensperformance
  • Datenvisualisierung

Die Verarbeitung von Big Data führt somit dazu, dass eine Vielzahl von Geschäftsentscheidungen nicht mehr auf Basis von Erfahrungen oder Bauchgefühl getroffen werden müssen, sondern mit Daten hinterlegt werden können. Das frühzeitige Erkennen eines Markttrends kann zum Beispiel bedeuten, dass das Produktsortiment vorausschauend geplant werden kann. Somit kann durch Business Intelligence, welches im Deutschen auch Geschäftsanalytik genannt wird, ein Wettbewerbsvorteil gewonnen werden.

Analise Franci – So machen Sie mehr aus Ihren Zahlen!

Wenn Sie schon jetzt alles aus Ihren Daten holen wollen, ohne dafür teure Software anzuschaffen oder Mitarbeiter einzuschulen, ist Analise Franci eine ausgezeichnete Option für Sie. Dieser Dienst wurde von Auditrium entwickelt und wird unternehmensintern für Kunden genutzt. Auditrium kann damit Umsätze, Budgets und Co. visuell darstellen und verschafft Ihnen somit einen besseren Überblick über Ihren aktuellen Unternehmenserfolg. So können Sie mit einem Blick erkennen, ob sich Ihr Umsatz von jenem des Vorjahres unterscheidet, ob Ihr Geschäftsmodell von minimalen saisonalen Schwankungen betroffen ist oder welchen Bruttogewinn ein bestimmtes Produkt erwirtschaftet. Analise Franci wird ständig weiterentwickelt und ausgebaut, wodurch in Zukunft mit vielen weiteren Features gerechnet werden kann.

Weitere empfohlene Beiträge
Bundesgesetz über die Steuervorlage 17

Der Deal mit Steuerreform und AHV überlebt im Nationalrat Viel Rauch um Nichts! In einer neunstündigen Monsterdebatte hat der Nationalrat am 12.09.2018 nur wenig an der Vorlage des Ständerates geändert. Ein Antrag der Grünen zur Aufspaltung der Vorlage scheiterte knapp. Mit 101 Ja-Stimmen zu 93 Nein-Stimmen sprach sich der Nationalrat für die Verknüpfung der Steuervorlage […]

13. September 2018
...
Sozialversicherungen 2022

Wie auch in den vergangenen Jahren stellen wir Ihnen auch dieses Jahr eine aktuelle Übersicht über die Sozialversicherungen zur Verfügung. Darin sehen Sie, welche Änderungen es im Hinblick auf die Sozialversicherung in der Schweiz gegeben hat und was per 1. Januar 2022 gilt. [...]

1. Januar 2022
...
Schweizer QR Rechnung – Aufbau und Bedeutung von Inhalten

Mit der Einführung der QR-Rechnung kam die Schweiz der Digitalisierung des Zahlungsverkehrs am 30. Juni 2020 einen Schritt näher. Welche Bestandteile, Daten und Informationen wichtig sind und wie der Aufbau aussehen muss, wenn Sie eine QR-Rechnung erstellen, erfahren Sie hier. [...]

2. Juni 2021
...
Holdinggesellschaft – ein Thema für KMU?

Der Hauptzweck einer Holdinggesellschaft liegt im Halten von Beteiligungen. Das heisst, sie darf keine aktive Geschäftstätigkeit in der Schweiz ausüben. Die Gründung einer Holdinggesellschaft kann auch für KMU Vorteile mit sich bringen.

3. März 2017
...
Weitere empfohlene Beiträge
Neuer Lohnrechner für Entsendefirmen

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat den nationalen Lohnrechner publiziert. Das neue Online-Tool zur Bestimmung der orts-, berufs- und branchenüblichen Löhne in der Schweiz erleichtert den Vollzug der flankierenden Massnahmen zum freien Personenverkehr. Der Lohnrechner liefert ausländischen Betrieben, welche im Rahmen des Freizügigkeitsabkommen Personal in die Schweiz entsenden, Anhaltspunkte zu den üblichen Löhnen in der […]

26. April 2019
...
Kantonale Abstimmung: Teilrevision des Steuergesetzes Im Kanton Nidwalden

Ausgangslage und Abstimmung vom 27. September 2020 Aufgrund eines konstruktiven Referendums Ende 2019 betreffend der Senkung des Gewinnsteuersatzes, kam die Umsetzung des Landrates am 27. September 2020 zur Abstimmung. Die Nidwaldner Stimmberechtigten haben der Vorlage des Landrates mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 59.4 Prozent zugestimmt und bestätigt. Das revidierte Steuergesetz soll per 1. Januar 2021 in Kraft […]

28. September 2020
...
Die deutsche Wegzugsbesteuerung ist gefallen!

Zieht ein Unternehmer von Deutschland in die Schweiz, fiel bisher in Deutschland auf dem Wertzuwachs seiner Firmenbeteiligungen eine Wegzugsbesteuerung an. Laut dem Europäischen Gerichtshof verstösst dies aber gegen das Personenfreizügigkeitsabkommen Schweiz – EU. Die Schweiz müht sich zurzeit mit der Frage ab, was vom vorgeschlagenen Rahmenabkommen mit der EU zu halten ist. Für die versprochene […]

28. März 2019
...
Weitere empfohlene Beiträge
Sozialversicherungen 2019

In der Beilage erhalten Sie die Übersicht der Sozialversicherungen 2019 als pdf-Datei. Die Beitragssätze der AHV/IV/EO sowie der ALV bleiben im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Eine Änderung gibt es bei der gebundenen Vorsorge. Der Maximalbetrag bei der freiwilligen Säule 3a für Versicherte mit 2. Säule beträgt 2019 CHF 6’826. Die Übersicht der Sozialversicherungen 2019 finden […]

18. Dezember 2018
...
Wann begründet ein Home-Office eine Betriebsstätte?
  1. Einleitung Durch die laufende Entwicklung von Technologien, insbesondere von mobilen EDV-Geräten mit ständiger Zugriffsmöglichkeit auf Arbeitssysteme, ist eine Flexibilisierung des Arbeitsplatzes möglich, wodurch ein Arbeitnehmer seine Arbeit teilweise oder vollumfänglich ausserhalb des Büro erledigen kann...
28. August 2020
...