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Nachfolgeregelung – So gelingt die Nachfolgeplanung!

8. März 2022

foto by pexels.com

Früher oder später muss sich jeder Unternehmer beziehungsweise jede Unternehmerin Gedanken machen, wie und ob das eigene Unternehmen nach der eigenen Berufstätigkeit weiter bestehen soll. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang häufig fällt, ist die Nachfolgeregelung. Die Nachfolgeregelung beschreibt die Übertragung des Eigentums und der Leitungsbefugnis eines bestehenden Unternehmens an eine dritte Person. Der richtige Nachfolger kann aus dem direkten Unternehmensumfeld stammen, von extern kommen oder ein Familienmitglied des „Übergebers“ sein. Eine Unternehmensnachfolge wird aus der Sicht des Nachfolgers häufig als eine Form von Existenzgründung verstanden.

Gründe für die Nachfolgeregelung

Die Nachfolgeregelung findet meist aufgrund des erhöhten Alters des Unternehmers Anwendung. Zeitgleich steigt jedoch mit vorangeschrittenem Alter auch die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls, einer Krankheit oder des plötzlichen Ablebens, somit sind auch dies Gründe, weshalb die Nachfolgeregelung dann tatsächlich in Kraft tritt. Zusätzlich können auch ein geändertes Interesse oder die Veränderung der wirtschaftlichen Ausgangssituation ein Grund für die Unternehmensnachfolge sein.

Vorteile einer Firmenübernahme

Laut der Stiftung KMU Next (Studie „KMU Nachfolge – Quo Vadis“) ist die Firmenübernahme eine nicht zu vernachlässigende Alternative zur Gründung eines Unternehmens. Die Überlebensrate eines übernommenen Unternehmens liegt nach 5 Jahren bei 95 %. Im Vergleich dazu bestehen nur 50 % der Neugründung nach 5 Jahren. Ungeachtet dessen stellt die Nachfolgeregelung besonders für kleine und mittelständische Unternehmen nach wie vor ein Problem dar. Dabei verschwindet jede dritte KMU in der Schweiz, weil kein Nachfolger gefunden werden kann. Grössere Unternehmen haben dieses Problem seltener. Wird ein Unternehmen übernommen, so profitiert der Nachfolger von einer bereits bestehenden Etablierung am Markt günstigen Übernahmekonditionen von Unternehmensbesitzen, niedrigen Investitionskosten für Neuanschaffungen und einer gewissen Sicherheit. Die Sicherheit betrifft dabei vor allem die Tatsache, dass das Unternehmen in den meisten Fällen bereits über einen Kundenstamm verfügt, eine verlässliche betriebliche Infrastruktur bereits besteht (z. B. verlässliche Mitarbeiter, Lieferanten etc.) und die Wirtschaftlichkeit anhand von vergangenen Erfolgsrechnungen bereits bestätigt ist.

Vorteile einer strategischen Nachfolgeregelung

Die maximalen Vorteile einer Unternehmensübernahme können dabei durch eine strategische Nachfolgeregelung gesichert werden. Zu diesen zählen:

  • Unternehmenserfolg wird auch im Übergabeverlauf sichergestellt
  • Unterstützung der strategischen Ausrichtung und der Unternehmensziele
  • Know-how bleibt dank Übergabezeitraum im Unternehmen
  • Keine verunsicherten Mitarbeiter
  • Es liegt genügend Zeit vor, um den geeigneten Nachfolger zu finden
  • Mögliche Streitigkeiten zwischen den Eigentümern (z. B. bei Familienunternehmen) können frühzeitig geklärt und beigelegt werden
  • Finanzierungs- und Kommunikationsprobleme werden miniminiert beziehungsweise eliminiert

Dauer der Übergabe

Der Zeitraum, den die Übergabe in Anspruch nimmt, ist bei der Nachfolgeregelung ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg. Dabei muss im Sinne der Nachfolgeregelung immer bedacht werden, dass es zwei Blickwinkel gibt, die des Übergebenden und jene des Nachfolgers. Ein geordneter Übergabeprozess nimmt im Durchschnitt 5 Jahre in Anspruch. Somit sollte sich ein Unternehmer spätestens im Alter zwischen 55 und 60 mit diesem Thema beschäftigen.

  • Kein klar definierter Übergabezeitraum und -Zeitpunkt – Unternehmer verweilen trotz klaren Nachfolgers aufgrund einer Reihe von Gründen häufig länger im Unternehmen als erwartet und nötig (z. B. fehlendes Vertrauen in die nächste Generation, Angst, nicht mehr gebraucht zu werden etc.). Die Folge dieses Verhaltens ist Unzufriedenheit beim Nachfolger, dem oftmals eine formelle Benennung fehlt.
  • Übergabedauer ist zu kurz – Ist der Übergabezeitraum zu kurz, können eine Vielzahl an Nachteilen auftreten. In einigen Fällen sind diese so gravierend, dass die Unternehmensnachfolge rückgängig gemacht wird und die „Übergeber“ das Ruder wieder übernehmen.
  • Übergabedauer ist zu lange – Eine zu lange Übergabedauer kann zur Folge haben, dass Nachfolger nicht die Möglichkeit haben, ihre eigene Linie zu entwickeln oder Änderungen durchzusetzen. Zudem kann es aufgrund ungeklärter Kompetenzen und Zuständigkeiten auch zu Konflikten führen.

Formen der Nachfolgeregelung

Die Nachfolgeregelung kann in drei Varianten unterschieden werden.

Kauf eines Unternehmens durch einen Betriebsnachfolger

Im Rahmen eines Kaufs übernimmt ein Nachfolger entweder das Unternehmen mit allen Wirtschaftsgütern, Forderungen und Verbindlichkeiten (Share-Deal) oder er kauft nur einzelne Wirtschaftsgüter (Asset-Deal). Für den Kauf des gesamten Unternehmens stehen drei gängige Varianten zur Verfügung. Der ermittelte Unternehmenswert wird im Rahmen einer Einmalzahlung bezahlt. Der Käufer hat im unmittelbaren Anschluss die sofortige Verfügungsgewalt. Eine weitere Möglichkeit ist, dass der Kauf gegen wiederkehrende Leistungen abgeschlossen wird. Bei der beliebtesten Form kommt es zu einer Einmalzahlung und weiteren ertragsabhängigen Zahlungen, die zumeist an ein vordefiniertes Ziel gebunden sind.

Familieninterne Nachfolgeregelung

Derzeit wird die Mehrheit der Schweizer Unternehmen innerhalb der Familie weitergegeben. Bei einer Übergabe innerhalb der Familien können die Schenkung und die schrittweise Übergabe auf Basis einer Unternehmensgründung in Form einer Kapital- oder Personengesellschaft unterschieden werden. Bei der Schenkung beziehungsweise der vorweggenommenen Erbfolge überträgt der „Übergeber“ zu Lebzeiten das gesamte Unternehmen an seine Erben respektiv die Nachfolger.

Pacht oder Miete durch Unternehmensnachfolger

Die Miete oder Pacht eines Unternehmens ist eher unüblich. Diese findet Anwendung, wenn ein Unternehmer den Betrieb nicht mehr länger führen möchte, diesen jedoch noch nicht verkaufen möchte oder kann. Der Nachfolger kann dabei den Betrieb inklusive aller Besitze gegen monatliche Zahlungen (Miete) in Anspruch nehmen.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Nachfolgeregelung

Neben den offensichtlichen Punkten wie der Auswahl des richtigen Nachfolgers und dessen Einarbeitung gibt es eine Reihe weiterer Faktoren, die den Erfolg einer Nachfolgeregelung sicherstellen:

  • Klare Rahmenbedingungen – Dabei sollte geklärt sein ob Geschäftsfelder profitabel sind, ob das Geschäftsmodell übergabefähig ist, wie es um die Personalsituation im Unternehmen steht und ob sich das Unternehmen auf dem Markt behaupten kann.
  • Realistische Erwartungshaltung - Der Kaufpreis eines Unternehmens sollte im besten Fall durch eine professionelle Unternehmensbewertung ermittelt werden. So wird sichergestellt, dass keine unrealistischen Erwartungshaltungen, vorliegen.
  • Sensibilisierung von Führungskräften
  • Einbeziehung der Belegschaft - Mitarbeiter können sich auf den Führungswechsel einstellen, wissen zu jeder Zeit wie es um ihren Job steht und können sich gegebenenfalls auf Strategie-Wechsel vorbereiten.
  • Wertschätzender Austritt des Vorgängers

FAQ

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